Zeitungsgeschichten 

 

Traumhafte Tempel, tropischer Dschungel und Bombenterror

16 denkwürdige Tage in Thailand

Thailand. Zwei traumhafte Wochen bei wunderbaren Menschen. Exotische Landschaften im tropischen Regenwald. Unvergessliche Begegnungen mit großen Tieren. Und am Ende leider Bombenterror in unmittelbarer Nähe. Gegensätzlicher hätten die Erlebnisse meiner ersten Reise nach Südostasien nicht sein können.
 
Die Rundreise durch Thailand startete Ende Juli in Bangkok, führte zunächst in den Norden bis ins Goldene Dreieck an den Grenzen zu Myanmar (früher Birma) und Laos. Dann ging es in südlicher Richtung zurück über Bangkok bis nach Hua Hin, die Sommerresidenz des Königshauses am Golf von Thailand. Erste Station nach Bangkok war die frühere thailändische Hauptstadt Ayutthaya mit ihren eindrucksvollen Tempelruinen. Von dort ging es weiter über die Städte Pimai Nakhon, Ratchasima, Ban Prasat, Prasat Hin Pimai, Lopburi, Saraburi, Phitsanulok, Sukhothai, Phrae, Phayao und Chiang Rai bis nach Chiang Saen im hohen Norden. Vorletzte Etappe war Chiang Mai, die zweitgrößte Stadt des Landes, bis die Reise in Hua Hin endete.
 
 
 
Gute und böse Dämonen oder Geister sind in Thailand allgegenwärtig.                                                               Foto: Münch
 
 
Buddhistische Kultur prägt das Land
 
Im Mittelpunkt standen die buddhistische Kultur mit ihren zahlreichen Tempelbauten. Dazu gehören die Ruinen aus früheren Jahrhunderten genau wie die prachtvoll farbigen Tempel, die noch genutzt werden und auch ganz moderne Bauwerke wie der „Weiße Tempel" Wat Rong Khun des  thailändischen Architekten Chalermchai Kositpipat. Das alles lässt sich in jedem guten Reiseführer nachlesen. Deshalb beschränke ich mich hier auf die Fotos. Natürlich standen auch die Menschen und die tropischen Landschaften Thailands im Interesse des Fotografen. Die Strecke der Rundreise betrug über 3000 Kilometer, wobei nur die Etappe auf dem Rückweg von Chiang Mai bis Bangkok mit dem Flugzeug zurückgelegt wurde.
 
 
 
Das Goldene Dreieck zwischen Thailand, Myanmar und Laos war der nördlichste Punkt der Reise.                         Foto: Münch
 
 
Auf dem Mekong im Boot unterwegs
 
Von Bangkok bis Hua Hin ging es wieder auf der Straße weiter. Einige Male waren wir auch auf dem Wasser unterwegs. Mit den unterschiedlichsten Booten auf den kleineren Flüssen Tha Chin und Mae Taeng. Vor allem aber auf den beiden größten Flüssen des Landes, dem Chao Phraya, der durch Bangkok fließt, und auf dem großen Mekong, der Thailand mit China, Myanmar, Laos, Vietnam und Kambodscha verbindet. Zwei kleine Episoden mit einem großen Dickhäuter und einem bald sehr großen Reptil sollen hier noch erwähnt werden: 
 
Malende Elefanten an der Staffelei 
 
Im Elefantencamp von Maetaeng erlebte ich eine fast unglaubliche Dressurleistung: Neben allerlei Zirkus-Kunststücken mit Bällen, Toren und anderen Geräten griffen zwei Elefanten mit ihren Rüsseln zum Pinsel, der ihnen immer wieder mit Farbe getränkt angereicht wurde. Vor jedem der beiden Tiere stand eine Staffelei samt Leinwand. Darauf malten sie in wenigen Minuten Bäume in einer Pracht und Schönheit, die manchem menschlichen Künstler zur Ehre gereicht hätten. Einen dieser Malprozesse dokumentierte ich mit einer kleinen Fotoserie und erwarb hinterher das fertige Bild.
 
Die kleine, dünne Riesenschlange
 
Eines Abends nach dem Essen auf dem Rückweg ins Hotelzimmer kriecht direkt vor meinen Füßen eine kleine Schlange über den gepflasterten Weg. Knapp einen Meter lang und daumendick. Das Tier erschrickt sich und stellt seinen Schwanz in Abwehrstellung auf. Leider habe ich keine Kamera dabei und muss mich für ein Foto mit meinem Handy begnügen. Das Bild zeige ich am nächsten Morgen an der Rezeption und bitte im Informationen, um welche Schlange es sich wohl handeln könnte. Ich werde gebeten, das Bild zu mailen und erhalte am nächsten Tag auf englisch die Antwort  von Mrs. Ampiwan Burapamongkolchai, der Front-Office-Managerin: „We got the name of snake that you found: Reticulatus, not poisoning." Ich bin erleichtert – nicht giftig.
 

Das Pythonbaby auf dem Weg vor meinen Füßen. Foto: Münch
 
Und wo verstecken sich die Eltern?
 
Sicherheitshalber recherchiere ich noch einmal bei Wikipedia und finde unter dem Namen „Malayopython reticulatus“ tatsächlich ein Bild, das gut zu meinem Foto passt. Genau so sieht „Reticulatus“ aus. Im Text erfahre ich dann, dass es sich bei dieser auch in Thailand vorkommenden Schlange um einen Netzpython handelt, die größte Würgeschlange der Welt. Sie kann bis zu zwölf Meter lang werden. Mein Exemplar ist also wohl ein sehr junges Tier, erst kürzlich geschlüpft. Mit dieser Erkenntnis wende ich mich noch einmal an Frau Burapamongkolchai mit der Bitte: „Would be nice if you can send me a message when you find the parents of this little animal. I heard they can grow up to 12 Meters.” In ihrer Antwort weist die Managerin darauf hin, dass die wunderschöne Hotelanlage an unbewohnte Grundstücke mit dichter Vegetation grenze. Dort könnten sich eventuell Schlangen verstecken, die normalerweise Angst vor Menschen haben. Ihr netter Schlusssatz: “We will inform you if we find them.”
 
 

Schurken unter sich auf dem Nachtmarkt von Chiang Rei. So sehen es viele, nicht nur in Thailand.                        Foto: Münch
 
 
Explosionen im Zentrum von Hua Hin
 
Leider wurde einen Tag später wieder einmal klar, dass Menschen auf dieser Erde weit gefährlicher sind als die wildesten Tiere. Am 11. und 12. August, in der Nacht vor den opulenten Feiern zum Geburtstag der Königin, und am frühen Morgen explodierten in Thailand elf Bomben. Vier Menschen wurden getötet, Dutzende verletzt. Die Polizei nannte später innenpolitische Ursachen, es gebe keinen islamistischen Hintergrund. Also Terror in den Urlaubsgebieten als Protest gegen die Militärregierung, die ihre Macht eine Woche zuvor mit einem fragwürdigen Referendum gefestigt hatte. Vier der elf Bomben explodierten an zwei Plätzen in der Innenstadt von Hua Hin.
 
Große Polizeipräsenz auf den Straßen
 
Wenige Stunden zuvor war ich dort und habe genau diese Orte fotografiert. Ein beklemmendes Gefühl. Man hätte selbst unter den Opfern sein  können. Mit den Gedanken an die getöteten und verletzten Menschen flog ich dann am nöchsten Tag zurück nach Deutschland. Auf der  Fahrt von Hua Hin zum Flughafen in Bangkok war die Polizei überall präsent. Die Unbeschwertheit der vorangegangenen beiden Wochen war dahin. 
 

Auf dem Platz am Uhrturm  von Hua Hin (oben) und auf der Restaurantmeile der Stadt (unten) explodierten am 12. August 2016 jeweils zwei Bomben. Am Uhrturm wurde dabei eine Straßenhändlerin getötet.                                           Fotos: Münch

 

Am Tag nach dem Bombenterror waren die Zeitungen des Landes voll mit Berichten über die Anschläge.      Fotos: Münch

 

 

Mehr Fotos von der Thailand-Reise in der Diaschau auf dieser Website

 

 

Zurück auf Start

Eine fahrende  Gemüsehändlerin auf dem  Fluss Tha Chin in der Nähe des Don-Wai-Marktes .                            Foto: Münch

 

Der „Weiße Tempel"  Wat Rong Khun.                   Foto: Münch

 

Seerosen und Frösche gibt es überall im Land.   Foto: Münch

 

Die riesige liegende Buddha-Statue im Wat Pho im Zentrum von Bangkok.                                                              Foto: Münch

 

Die  buddhistischen  Mönche  spielen  in  der  thailändischen Kultur eine wichtige Rolle.                                         Foto: Münch

 

Dämonen beschützen jede Tempelanlage.          Foto: Münch

 

Die  frühere  thailändische  Hauptstadt   Ayutthaya  mit  ihren eindrucksvollen Tempelruinen.                               Foto: Münch

 

Enten  gehören  zum  festen  Bestandteil  der  thailändischen Küche.                                                                           Foto: Münch

 

Traditioneller thailändischer Tanz am Geburtstag der Königin Sirikit in Hua Hin.                                                        Foto: Münch

 

Dichter  tropischer  Dschungel  säumt  das  Ufer  des  Fluses Mae Taeng.                                                                 Foto: Münch

 

Ein Blick über die Wipfel des Regenwaldes.        Foto: Münch

 

Der dickhäutige Künstler

   

    Am  Ende  hat  der Künstler sein  Werk  sogar  signiert.         Das fertige Gemälde hängt  jetzt in Drensteinfurt.                                                                                             Fotos: Münch

 

Und hier noch ein Video von der Reise:

Feuerschlucker in Hua Hin

Und nichts Sensationelleres gibt es in der Welt als die Zeit, in der man lebt!