Zeitungsgeschichten 

 
 
 

Van Gogh, Matisse und der blaue Zylinder


DRENSTEINFURT/AMSTERDAM. War es nur ein kleiner Hautfetzen, war es das Ohrläppchen oder doch das ganze Ohr, das sich Vincent van Gogh am 23. Dezember 1888 im südfranzösischen Arles abschnitt? War der Anlass dazu nur ein heftiger Streit mit seinem Künstlerfreund Paul Gauguin oder gar ein Eifersuchtsdrama, weil beide Männer dieselbe Frau liebten?

Auch der Drensteinfurter Kunst- und Kulturverein konnte am ersten Mai-Wochenende 2015 nicht klären, was van Goghs Biografen seit Jahrzehnten entzweit. Ganz bestimmt aber bekamen die Drensteinfurter im Amsterdamer van Gogh-Museum eine Fülle großartiger Werke des Malers zu sehen.

Exkursion im Jubiläumsjahr

Das allein hätte schon gereicht für eine gelungene Exkursion des Kunstvereins im 25. Jahr seines Bestehens. Doch es kam noch besser, weil Amsterdam in diesen Tagen die  Kunsthauptstadt Europas ist. Denn rechts und links vom Museum van Goghs ziehen zwei andere Großmeister derzeit die Blicke auf sich: Henri Matisse im Stedelijk Museum und Rembrandt im Reichsmuseum. Zwischen diesen Sonderausstellungen galt es nun zu wählen in der begrenzten Zeit eines Wochenendes. Die Länge der Warteschlangen half bei der Entscheidung.

Riesige Scherenschnitte

Weil viele Tausend Besucher den niederländischen und „nur“ ein paar Tausend den französischen Künstler sehen wollten, entschieden sich die Drensteinfurter für Matisse. Sie wurden nicht enttäuscht. Die riesigen Scherenschnitte aus dem Spätwerk beeindruckten ebenso wie die Konfrontation von Matisse-Zeichnungen mit Bildern anderer Zeitgenossen, vor allem Pablo Picassos. Hier die genial knappen, aber weichen und runden Linien der weiblichen Akte bei Matisse. Dort die eckig oder kubistisch zusammengesetzten Körper des großen  Experimentators Picasso.

Grachtenfahrt im Sonnenschein

Natürlich bot die Stadt nicht nur Kunst, sondern auch Architektur und Geschichte, Rote Lämpchen und Coffee Shops, urige Kneipen und Restaurants. Vor allem aber die Grachten mit den unzähligen Häusern und Bürgerpalästen, die von den großen Handelserfolgen der Amsterdamer zeugen. So gehörte eine Bootsfahrt über die Kanäle und die Amstel bei strahlendem Sonnenschein zu den Höhepunkten einer  wundervollen Jubiläumsfahrt.

Ein Hausboot mit Dachbegrünung auf einer der vielen Amsterdamer Grachten.                                          Fotos: Münch

 

 

 

 

 

 

 

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Das futuristische Hotel der Drensteinfurter in Amsterdam: ein 20-stöckiger runder blauer Turm mit runden Fenstern und runden Duschen im Innern der Zimmer.                Foto: Münch

 

Runde Dusche mitten im Zimmer

An diese Jubiläumsfahrt werden sich die Teilnehmer auch wegen des Hotels noch lange erinnern. Es ist ein Kunstwerk für sich: ein 20-stöckiger blauer Zylinder mit blauen runden Fenstern und runden gläsernen Duschen inmitten der rundlichen Zimmer. Auf den ersten Blick also eher Henri als Pablo. Wäre da nicht Picassos blaue Phase gewesen …

 

Nicht nur Coffeeshops, auch solche Einzelhandelsgeschäfte gibt es in Amsterdam                                             Foto: Münch

 

Auch süße Versuchungen lockten beim Bummel durch Amsterdam.                                                           Foto: Münch

 

Mehr Fotos von der Amsterdam-Fahrt  in den Diaschauen auf dieser Website

 

Zur Orientierung dazu hier auch zwei Karten


Und nichts Sensationelleres gibt es in der Welt als die Zeit, in der man lebt!