Zeitungsgeschichten 

 
 
Weltweit größte Regenbogendichte
Landschaften von Jurassic Park bis Herr der Ringe

Dieser Regenbogen spannt sich über das Meer und die einzige Teeplantage Europas.                                                           Foto: Münch

Größte Azoren-Insel São Miguel: Hortensien Holsteiner, heiße Quellen

Naturwunder mitten im Atlantik

Hortensie, Kuh und Ananas. Das sind die drei großen Markenzeichen von São Miguel, der Hauptinsel der Azoren. 1500 Kilometer Luftlinie von Lissabon und damit weiter weg vom Festland als fast jedes andere Eiland im Atlantischen Ozean. Noch ferner sind nur die Nachbarinseln des Archipels. Die westlichste, Flores, liegt fast auf halber Strecke nach Amerika. Ausgerechnet hier wimmelt es von schwarzbunten Herden, die allein auf São Miguel 700 Millionen Liter Milch im Jahr geben und uns hier auf Schritt und Tritt begegnen.

Ausnahmslos alle Holsteiner stehen auf saftig grünen Weiden statt in düsteren Ställen. Schon das ist für den Touristen aus Westfalen ein exotisches Bild, kennt er Wiesen voll glücklicher Rinder doch meist nur noch aus Kindertagen. Für Käseliebhaber ist São Miguel ein kleines Paradies. Auf jede Kuh kommt ein Dutzend riesiger Hortensienbüsche. Die pflanzen die Bauern als natürlichen Weidezaun. Sie gedeihen im subtropischen Klima gewaltig. Aber den Rindern schmecken sie nicht. Weniger auffällig ist die Ananas, die in Glashäusern wächst. Eins hat die gelbe Frucht mit der Milch gemeinsam. Die Farmer machen Likör daraus. Und noch einige Leckereien mehr.

Kein Waldbrand und Massentourismus

Wenige Stunden auf  São Miguel reichen aus um zu sehen, dass die drei Markenzeichen um ein viertes ergänzt werden müssen: den Regebogen. So viele wie hier gibt es nirgendwo sonst. Ständiger Wechsel von Niederschlag und Sonnenschein ist die Ursache. Seine Wirkung ist eine prachtvolle Vegetation. Zudem bringt der Regen weiteren Segen. Er schützt die Insel vor Waldbränden und Massentourismus. Entsprechend genießen wir die Ausflugsfahrten und ruhigen Wandertouren.        

Aus sechs Vulkanen entstanden

Was wir erleben, ist atemberaubend. In verschiedenen Zeitaltern zwischen 50.000 und 4,2 Millionen Jahren unserer Zeitrechnung erhoben sich sechs Vulkane aus den Wellen und wuchsen zu São Miguel zusammen. Deshalb herrscht hier üppige Vielfalt. Die Landschaften reichen von Baumfarn-Wäldern a la Jurassic Park über dampfende Quellen aus isländischen Sagen bis zu neuseeländischen Nebelgebirgen im Herrn der Ringe. Und das auf einer der neun Azoreninseln. Grüne und blaue Seen im Riesenkrater von Sete Citades. Der über 1100 Meter hohe Pico da Vara. Dichter Urwald ohne giftige Tiere im Wechsel mit Palmenalleen. Steilküsten und Badestrände, in denen rauchende Fumarolen das Meerwasser erwärmen. Europas einzige Teeplantage. Rostbraune Teiche, dessen mineral- und eisenhaltiges Wasser die Badenden um Jahre verjüngt. All das ist São Miguel.

Schlachtplatte gart im heißen Erdloch

Am Ufer des Kratersees im Furnas-Tal blubbert und qualmt es heiß und schweflig aus der Erde. In einem Meter Tiefe herrschen 70 Grad Celsius. Dort schmort in großen Töpfen unser Mittagessen. Den berühmten Cozido preist die Reiseliteratur als Eintopf an. Tatsächlich entpuppt er sich als Schlachtplatte mit Unmengen von Rind-, Schwein- und Geflügelfleisch, Blutwurst und Chorizo, Kohl und Knollen. Wer es nicht ganz so deftig mag, findet genügend Alternativen vom Gemüse aus biologischem Anbau bis zu köstlich-frischen Fischgerichten.

Erbeuerbare Energie in reichem Maß

Industrie gibt es auf den Azoren nicht. Dafür Energie dank des Vulkanismus fast im Überfluss. Über die Hälfte des Stroms auf São Miguel stammt aus Geothermie. Der Rest aus Sonne und Windkraft. Die Temperaturen liegen in Winternächten nicht unter 12, an warmen Sommertagen selten über 26 Grad. Frost gibt es nie. Die Straßen sind in gutem Zustand.

Modernste Datenautobahn

Die zu Portugal gehörende Inselgruppe verwaltet sich weitgehend autonom und profitiert von EU-Fördergeldern. Dank dieser Hilfe haben die vom Klima verwöhnten Bewohner ihr  Naturparadies mit moderner Infrastruktur ausgestattet. Die Datenautobahn macht manch Reisenden aus dem Ruhrgebiet oder Münsterland neidisch. São Miguels Kabelnetz besteht aus Glasfaser. An vielen Stellen buchen sich unsere Handys in schnellen LTE-Funk ein.

Neue Insel wird allmählich geboren

Bekannt sind die Azoren vor allem aus dem Wetterbericht, wenn vom gleichnamigen Hoch die Rede ist. Meist kommt dann Gutes  aus Richtung Westen. Nach unserem Aufenthalt auf São Miguel wissen wir warum. Jetzt ist auch unser Interesse an den anderen Nachbarinseln  geweckt. Alle paar tausend Jahre kommt noch eine dazu. Gerade schiebt ein unterseeischer Vulkan ein neues Eiland gemächlich empor. Kleinere Erdstöße sind auf den Azoren häufig, schwere Erdbeben selten. Eines mit größeren Schäden gab es 1998 auf der Insel Faial. Der letzte wirklich große Vulkanausbruch auf São Miguel liegt über 100 Jahre zurück. Die fruchtbaren Folgen sind allgegenwärtig.

 

Ganzjährig entfalten sich exotische Blüten in der immergrünen Landschaft São Miguels.​                                            Foto: Münch

 

Langes Leben dank Vulkanismus: Ins rostbraune warme Wasser einer der 22 Heilquellen auf São Miguel tauchen Einheimische und Gäste ein zur Verjüngungskur.                            Foto: Münch
 

Die Ananas ist ein Markenzeichen São Miguels.      Foto: Münch

 

Beim Klick aus das Foto oder diesen Bildtext kommt ein Video mit einigen Impressionen von São Miguel: die heißen Quellen und Erdlöcher am Furnas-See, die Brandung des Atlantischen Ozeans und ein wenig azoreanische Folklore.  Foto: Münch

 

Flugverbindungen und Buchungen

Folgende Flüge gibt es ab Deutschland zu den Azoreninseln São Miguel und Terceira:

Azores Airlines: nonstop ganzjährig ab Frankfurt, Ende März bis Ende Oktober dreimal pro Woche.

Germania: nonstop Anfang Mai bis Ende Oktober einmal  pro Woche ab Düsseldorf.

TAP Air Portugal: ganzjährig ab allen großen deutschen Flughäfen via Lissabon täglich nach nach São Miguel und mehrmals wöchentlich nach Terceira.

 

Reisen zwischen den Inseln:

Alle Inseln werden von Turboprops der SATA-Air Açores angeflogen. Eine Vorausbuchung ist ratsam. Zwischen den Inseln Faial, Pico und São Jorge in der Zentralgruppe sowie Flores und Corvo in der Westgruppe reist man mit Personenfähren.

 

Alles buchbar beim Portugal-Spezialisten Olimar:

www.olimar.de/portugal/azoren

oder bei jedem guten Reisebüro.

 

Zeitungsrtikel Azoren aus dem

Westfälischen Anzeiger

 

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Der Bauer füttert die Holsteiner Kuh mit Mais. Dafür gibt ihm die Schwarbunte täglich 30 Liter saubere Milch.   Foto: Münch
 

Ein Weidezaun aus großen Hortensienbüschen.  Foto: Münch

 

Heiße Quelle: An vielen Stellen blubbert das Wasser  aus der Erde.                                                                      Foto: Münch
 

Vulkanismus mit Schwefelgeruch.                         Foto: Münch

 

Dampfende Erdlöcher: In diesem großen Topf schmorte unser Mittagessen in einem Meter Tiefe.                         Foto: Münch

 

Deftige Schlachtplatte mit Fleischbergen, Kohl und Knollen:  Der Cozido hat aber mit Eintopf wenig zu tun.​     Foto: Münch

 

Der große Kratersee im Furnas-Tal.                      Foto: Münch

 

Ein Anblick, der einem den Atem raubt: Die beiden Seen im Riesenkrater von Sete Citades.                               Foto: Flickr

 

Ein Traktor auf Europas einziger Teeplantage.      Foto: Münch

 

Jurassic Park in Terra Nostra, einem der ältesten, üppigsten und größten botanischen Gärten der Welt.            Foto: Münch

 

Steinskulpturen in den Dünen vor der Inselhauptstadt Ponta Delgada.                                                                 Foto: Münch

 

Mehr Fotos von der Insel  in den Diaschauen auf dieser Website

 

 Und nichts Sensationelleres gibt es in der Welt als die Zeit, in der man lebt!